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ecg/12-lead

12-Kanal-Ruhe-EKG

12-Kanal-EKG aus Signal, PDF oder Foto: Rhythmus, QTc, STEMI-Äquivalente und KI-EKG-Screenings.

ECGEKG & kardiale Signale

Playground, API-Dokumentation und Beispiele sind auf Englisch.

Überblick

Funktionsweise

12-Kanal-Ruhe-EKG wertet ein Standard-EKG von 10 Sekunden aus, ob es als digitale Datei aus dem Elektrokardiographen, als PDF-Export oder als Smartphone-Foto bzw. Scan des Papierausdrucks vorliegt. Bilder werden zuerst in kalibrierte Ableitungssignale mit einer Konfidenz pro Ableitung digitalisiert, sodass ein fotografiertes EKG genauso vermessen wird wie ein natives.

Die Auswertung liefert Rhythmus und Herzfrequenz, PQ-Zeit, QRS, QT und QTc mit den Achsen, die vollständige Liste der Befundaussagen mit Zuordnung zu AHA/ACCF/HRS-Codes sowie kritische Hinweise: STEMI und STEMI-Äquivalente, ventrikuläre Tachykardie, AV-Block III. Grades, QTc von 500 ms oder mehr, Präexzitation, Brugada Typ 1 und ein Hyperkaliämie-Muster. KI-EKG-Screenings liefern die Wahrscheinlichkeit einer reduzierten Ejektionsfraktion und einer strukturellen Herzerkrankung, das künftige Risiko für Vorhofflimmern und eine Kaliumschätzung.

Einsatzzweck

Entscheidungsunterstützung für Ärztinnen und Ärzte, die ein EKG allein befunden: der Assistenzarzt im Nachtdienst, der wissen will, ob ein Okklusionsinfarkt vorliegt, die Hausärztin, die vor einem QT-verlängernden Medikament die QTc prüft, der Notfallmediziner auf der Suche nach einem gefährlichen Rhythmus oder einer Elektrodenvertauschung. Kritische Hinweise zeigen die Ableitungen und Schläge, die sie ausgelöst haben.

Zielgruppe

Notfallmediziner, Hausärzte, Internisten, Ärzte in kardiologischer Weiterbildung und Kardiologen. Entwickler nutzen dieselbe Analyse, um eigene Systeme um EKG-Befundung, die Digitalisierung von Papierarchiven oder die Wellenabgrenzung zu ergänzen.

Eingaben und Protokoll

Unterstützte Eingaben

  • DICOM-Kurven: Objekte vom Typ 12-lead ECG, General ECG und General 32-bit ECG Waveform; EKG-Befunde als Encapsulated PDF.
  • Signaldateien: SCP-ECG (EN 1064 / ISO 11073-91064), HL7 v3 annotated ECG (aECG) XML, XML-Herstellerexporte, WFDB und EDF/EDF+.
  • Bilder: Vektor- oder Raster-PDF sowie JPEG-, PNG- oder HEIC-Fotos und -Scans in den Layouts 3×4 mit Rhythmusstreifen, 6×2 oder 12×1. Vektor-PDFs werden aus ihren Zeichenpfaden gelesen statt aus Pixeln nachgezeichnet.

Die vom Gerät gedruckte Interpretation auf einem PDF oder Foto wird vor der Auswertung der Kurve maskiert, damit sie das Ergebnis nicht beeinflusst.

Anforderungen

Anforderung Grund
Abtastrate von mindestens 250 Hz (500 Hz bevorzugt) ST- und Intervallmessung erfordern eine feine zeitliche Auflösung
Amplitudenskala und Ableitungsbezeichnungen in Signaldateien Werte in Millivolt und ableitungsspezifische Kriterien
Bei Bildern: alle 12 Ableitungen und der Eichimpuls sichtbar Papiervorschub (25/50 mm/s) und Verstärkung (5/10/20 mm/mV) ergeben sich aus Impuls und Raster, wenn sie nicht aufgedruckt sind
Alter und Geschlecht Normbereiche, QTc-Schwellen und pädiatrische Normwerte

Optionale klinische Angaben

Symptome und Beginn, Serumkalium, QT-verlängernde Medikamente und ein Vor-EKG (in prior_files) präzisieren die Empfehlungen und ermöglichen den Verlaufsvergleich.

Ergebnisse und Standards

Das Ergebnis

Abschnitt Inhalt
Digitalisierung Bei Bildern: 12 kalibrierte Ableitungssignale mit Konfidenz pro Ableitung, Layout, Papiervorschub und Verstärkung
Aufzeichnungsqualität Rauschen, Grundlinienschwankung, Übersteuerung, fehlende Ableitungen, Verdacht auf Vertauschung von Extremitäten- oder Brustwandelektroden, unplausible Verstärkung
Rhythmus und Erregungsleitung Rhythmusklasse, Extrasystolie, Grad eines AV-Blocks, Schenkel- und faszikuläre Blöcke, Präexzitation, mit Belegschlägen
Intervalle und Achsen HF, PQ, QRS, QT, QTc (Bazett und Fridericia), P-/QRS-/T-Achse, J-Punkt und ST-Amplitude pro Ableitung, Medianschläge
STEMI und Okklusionsinfarkt ST-Kriterien pro Ableitung, STEMI-Äquivalente (posterior, de Winter, Sgarbossa bei LSB oder Schrittmacherrhythmus), Wahrscheinlichkeit eines Okklusionsinfarkts, wahrscheinliches Stromgebiet des Infarktgefäßes
Vergleich mit Vor-EKG Neue oder rückläufige Befunde: neuer LSB, neue Q-Zacken, dynamische ST-T-Veränderungen, QTc-Änderung
Screening auf reduzierte EF Wahrscheinlichkeit einer LVEF ≤ 40–45 %, mit Echokardiographie als nächster Untersuchung bei positivem Ergebnis
Screening auf strukturelle Herzerkrankung Geschätzte Wahrscheinlichkeit einer mindestens mittelgradigen strukturellen Herzerkrankung, mit Komponenten für Klappenerkrankung, Wanddicke ≥ 13 mm, RV-Dysfunktion, Perikarderguss und PASP ≥ 45 mmHg
Kaliumschätzung (Hyperkaliämie) Kaliumbereich und Wahrscheinlichkeit für K+ ≥ 6,0 mmol/l, mit den EKG-Merkmalen als Beleg
Künftiges Vorhofflimmerrisiko 1- bis 5-Jahres-Risiko für neu auftretendes Vorhofflimmern aus einem EKG im Sinusrhythmus
Wellenabgrenzung Beginn, Gipfel und Ende von P, QRS und T pro Schlag, mit Schlagklassifikation
Befundentwurf Optional (options.report): ein Fließtext auf Englisch, der das Ergebnis für die befundende Person einordnet (Befunde, Beurteilung, Einschränkungen); jede Zahl wird gegen die Befunde geprüft

Standards

  • DICOM: Comprehensive SR TID 3700 ECG Report (globale Messwerte TID 3713, Messwerte pro Ableitung TID 3714, qualitative Analyse TID 3717, Zusammenfassung TID 3719, Vor-EKG TID 3702); Waveform Annotation SR für Messpunkte; digitalisierte Signale neu kodiert als 12-lead ECG Waveform, als abgeleitet gekennzeichnet; Encapsulated PDF.
  • Datenaustausch: Export als HL7 aECG und SCP-ECG; FHIR R4 Observation (LOINC 11524-6 mit den Komponenten Herzfrequenz, PQ (PR), QRS, QT, QTc und Achse) und DiagnosticReport (LOINC 18844-1).
  • Befundaussagen: Liste diagnostischer Statements der AHA/ACCF/HRS 2007 Teil II, mit Querverweisen auf SCP-ECG und SNOMED CT.
  • Leitlinien: Vierte universelle Definition des Myokardinfarkts (2018); ESC-Leitlinie 2023 und ACC/AHA/ACEP/NAEMSP/SCAI-Leitlinie 2025 zum akuten Koronarsyndrom; AHA/ACCF/HRS 2009 Teile IV und VI; AHA/ACCF-Statement 2010 zu Torsade de pointes; ESC-Leitlinie 2024 und ACC/AHA/ACCP/HRS-Leitlinie 2023 zum Vorhofflimmern; ACC/AHA/HRS-Leitlinie 2018 zu Bradykardien; ESC-Leitlinie 2022 zu ventrikulären Arrhythmien; internationale Kriterien 2017 zur EKG-Interpretation bei Sportlern.

Hinweise zur QT-Zeit

Die QTc wird nach Bazett und Fridericia angegeben, bei hoher Herzfrequenz bevorzugt nach Fridericia. Eine QTc von 500 ms oder mehr oder ein Anstieg um 60 ms oder mehr gegenüber dem Vor-EKG wird mit der Empfehlung der AHA/ACCF 2010 gekennzeichnet, QT-verlängernde Medikamente zu überprüfen.

Grenzen der Auswertung

Ein Hinterwandinfarkt zeigt sich als ST-Senkung in V1–V3; die Ableitungen V7–V9, die ihn direkt zeigen, gehören nicht zum Standard-12-Kanal-EKG. ST-Veränderungen bei LSB und Schrittmacherrhythmus werden nach den Sgarbossa-Kriterien beurteilt. Pädiatrische EKGs werden mit altersspezifischen Normwerten ausgewertet. Ein fotografiertes EKG hat eine geringere Konfidenz pro Ableitung als eine native Datei, und das Ergebnis weist dies aus.

Ergebnisabschnitte

Eine Analyse liefert alle Abschnitte, die ihre Eingabe zulässt.

  1. Digitalisierungdigitize
  2. Aufzeichnungsqualitätquality
  3. Rhythmus und Erregungsleitungrhythm
  4. Intervalle und Achsenintervals
  5. STEMI und Okklusionsinfarktstemi
  6. Vergleich mit Vor-EKGcompare
  7. Screening auf reduzierte EFlow-ef
  8. Screening auf strukturelle Herzerkrankungstructural-heart-disease
  9. Kaliumschätzung (Hyperkaliämie)hyperkalemia
  10. Künftiges Vorhofflimmerrisikoaf-risk
  11. Wellenabgrenzungsegment-waves
  12. Befundentwurfreport
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